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Bauschäden werden teurer: Worauf Betriebe bei neuen Baustoffen achten sollten

Neue Baustoffe, wiederverwendete Bauteile und traditionelle Materialien wie Lehm gewinnen im Bauwesen an Bedeutung. Sie können Ressourcen schonen und neue technische Lösungen ermöglichen. Für ausführende Betriebe bringen sie jedoch auch neue Anforderungen mit sich: Ein Material, das für sich genommen erprobt ist, kann sich unter realen Baustellenbedingungen oder im Zusammenspiel mit anderen Baustoffen anders verhalten als erwartet.

Wie wichtig Schadenprävention wird, zeigen aktuelle Versicherungsdaten. Zwischen 2020 und 2024 stieg die Zahl der untersuchten Schäden aus der Berufs- und Betriebshaftpflicht um rund 4,5 Prozent. Der Schadenaufwand erhöhte sich im gleichen Zeitraum dagegen um 34 Prozent. Grundlage der Auswertung sind mehr als 48.000 Schadenfälle aus Neubauten sowie Sanierungs- und Umbauprojekten.

Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe bedeutet das: Beim Einsatz ungewohnter Materialien sollte nicht allein auf deren technische Eigenschaften geachtet werden. Ebenso wichtig sind Verarbeitungsvorgaben, geeignete Kombinationen mit anderen Baustoffen und die Erfahrung der ausführenden Mitarbeiter. Neue Verfahren sollten sorgfältig erprobt und Beschäftigte entsprechend geschult werden. Gerade bei Sanierungen können zudem Schnittstellen zwischen alten und neuen Materialien besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Auch der Versicherungsschutz sollte mit der betrieblichen Entwicklung Schritt halten. Erweitert ein Unternehmen sein Leistungsspektrum, setzt neue Verfahren ein oder übernimmt zusätzliche Planungs- und Ausführungsaufgaben, lohnt sich die Prüfung, ob diese Tätigkeiten vom bestehenden Haftpflichtschutz erfasst sind. Denn Innovation kann wirtschaftliche Chancen eröffnen – mögliche neue Haftungsrisiken sollten dabei aber nicht übersehen werden.

Quelle: VHV-Bauschadenbericht 2025/26, VHV Allgemeine und Institut für Bauforschung (IFB).