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Grundfähigkeitsversicherung: Leistungsfälle nehmen zu

Die Grundfähigkeitsversicherung gewinnt in der Arbeitskraftabsicherung weiter an Bedeutung. Aktuelle Ratings von Franke und Bornberg zeigen: Die Zahl der Leistungsfälle steigt langsam, aber stetig. Das gilt als Hinweis darauf, dass das noch junge Produkt zunehmend in der Praxis ankommt.

Gleichzeitig wird deutlich, dass viele Versicherte die Leistungsvoraussetzungen nicht genau kennen. Anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht die konkrete Tätigkeit entscheidend, sondern der Verlust klar definierter körperlicher oder geistiger Fähigkeiten wie Sehen, Gehen oder Greifen. Viele Leistungsanmeldungen erfolgen daher bereits, bevor die vertraglichen Auslöser tatsächlich erfüllt sind.

Der zunehmende Leistungsfallbestand macht den Aufklärungsbedarf sichtbar. Fachleute sehen vor allem die Beratung vor Vertragsabschluss in der Pflicht, realistische Erwartungen zu schaffen und den Produktcharakter klar zu erklären. Zusätzliche Arbeitsunfähigkeitsbausteine verzerren zudem häufig die Wahrnehmung, da deren Leistungen nicht mit dem eigentlichen Grundfähigkeitskonzept gleichzusetzen sind.

Auch für Versicherer steigen die Anforderungen. Die Leistungsprüfung erfordert spezielles Know-how, da medizinische Befunde präzise auf die vertraglich definierten Fähigkeiten übertragen werden müssen. Mit wachsender Marktreife gewinnt die Qualität der Leistungsprüfung weiter an Bedeutung – ebenso wie die kontinuierliche Weiterbildung der beteiligten Fachkräfte.