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Lebenserwartung in Deutschland verringert sich

Die Lebenserwartung in Deutschland ist nahezu unverändert. Für neugeborene Mädchen liegt diese aktuell bei 83,38 Jahren und für neugeborene Jungen bei 78,54 Jahren. Am kürzesten leben in Sachsen-Anhalt geborene Jungen. Sie sterben laut Statistik mit 76,18 Jahren, in Baden-Württemberg werden die jungen Jungen statistisch mehr als drei Jahre älter.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat neue Sterbetafeln veröffentlicht. Darin enthalten sind Zahlen, welches Lebensalter in den Jahren 2019-2021 neugeborene Menschen erreichen. Demnach erreichten in diesem Zeitraum neugeborene Jungen ein durchschnittliches Alter von 78,54 Jahren. Neugeborene Mädchen leben fast fünf Jahre länger und erreichen ein Alter von 83,38 Jahren.

Im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel 2018/2020 hat sich die Lebenserwartung nur leicht nach unten verändert. Für Mädchen sei die Lebenserwartung um etwa 0,02 Jahre gefallen. Bei den Jungen war der Abrieb mit 0,10 Jahren etwas höher. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hatte sich die Lebenserwartung um 0,1 Jahr verlängert. Insgesamt sei ein langsamerer Anstieg der Lebenserwartung zu beobachten. Denn bis zur Sterbetafel 2006/2008 hatte die Lebenserwartung Neugeborener jahrzehntelang im jährlichen Durchschnitt noch um rund 0,2 Jahre bei den Mädchen und um etwa 0,3 Jahre bei den Jungen zugenommen. Hauptgrund für die nahezu stagnierende Entwicklung seien die außergewöhnlich hohen Sterbefallzahlen im Zuge der Corona-Pandemie.

Nach Bundesländern sortiert, erreichen Neugeborene in Baden-Württemberg die höchste Lebenserwartung. Während Jungen hier im Schnitt mit 79,81 Jahre sterben, leben Mädchen 84,26 Jahre. Die niedrigsten Werte wiesen mit 76,18 Jahren Jungen in Sachsen-Anhalt und mit 82,30 Jahren Mädchen im Saarland auf.

In den meisten anderen Bundesländern haben sich – wie auf Bundesebene – nur sehr geringe Änderungen ergeben. Auffällig war die Entwicklung auch in diesem Jahr Sachsen: Im Vergleich zur vorangegangen Sterbetafel 2018/2020 ist die Lebenserwartung dort im Zeitraum 2019/2021 bei beiden Geschlechtern spürbar zurückgegangen. Für neugeborene Mädchen von 83,83 auf 83,61 Jahre, für neugeborene Jungen von 77,85 auf 77,41 Jahre. Sachsen war schon in der vorherigen Statistik gezeichnet. Zum Jahresende 2020 war der Freistaat von der Corona-Pandemie durch eine hohe Sterblichkeit besonders stark betroffen. Dies setzte sich in 2021 fort. Einen klaren Anstieg gab es bei den Mädchen in Bremen von 82,57 auf 82,79 Jahre.

Die Differenz in der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern zugunsten der Frauen ist mit 6,17 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern am größten und in Hessen mit 4,41 Jahren am geringsten. Im Schnitt liegt die Differenz in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern aktuell noch bei 4,84 Jahren. Um die Jahrtausendwende belief sie sich noch auf 6,0 Jahre.

Auch für ältere Menschen habe sich die Lebenserwartung relativ stabil gezeigt. Nach der aktuellen Sterbetafel belaufe sich beispielsweise die sogenannte fernere Lebenserwartung von 65-jährigen Männern mittlerweile auf 17,8 Jahre. Für 65-jährige Frauen würden sich statistisch 21,1 weitere Lebensjahre ergeben.