Navigation, Klimaanlage oder Musik: In modernen Autos werden immer mehr Funktionen über einen zentralen Touchscreen gesteuert. Das sieht aufgeräumt aus, kann während der Fahrt aber zum Sicherheitsrisiko werden. Eine aktuelle Allianz-Untersuchung zeigt, dass viele Autofahrer bereits kritische Situationen bei der Bedienung digitaler Fahrzeugdisplays erlebt haben.
Wenn der Blick zu lange auf dem Display bleibt
39 Prozent der in Deutschland befragten Autofahrer geben an, innerhalb der vergangenen drei Jahre mindestens einmal wegen der Touchscreen-Bedienung in eine kritische Verkehrssituation geraten zu sein. Das geht aus einer Umfrage des Allianz Zentrums für Technik (AZT) hervor. Besonders problematisch sind komplizierte Menüs, kleine Schaltflächen und Funktionen, für die mehrere Eingaben notwendig sind. Während Fahrer nach der richtigen Einstellung suchen, fehlt ihre Aufmerksamkeit auf der Straße. Die Ergebnisse beruhen auf den Angaben der Befragten. Sie zeigen, wie die Autofahrer selbst solche Situationen erlebt haben.
Auch junge Fahrer wünschen sich klassische Schalter
Bemerkenswert ist, dass sich viele Autofahrer eine einfachere Bedienung wünschen. 70 Prozent der deutschen Befragten bevorzugen für bestimmte Funktionen klassische Tasten, Schalter oder Drehregler. Unter den 18- bis 25-Jährigen sind es sogar 79 Prozent. Der Vorteil: Ein vertrauter Schalter lässt sich häufig bedienen, ohne den Blick längere Zeit von der Fahrbahn abzuwenden. Die Allianz fordert deshalb, wichtige Fahrzeugfunktionen möglichst einfach und schnell zugänglich zu machen.
Was Autofahrer selbst tun können
Wer ein neues oder ungewohntes Fahrzeug fährt, sollte sich vor dem Losfahren mit den wichtigsten Funktionen vertraut machen. Navigation, Musik und Klimatisierung lassen sich möglichst schon im Stand einstellen. Während der Fahrt sollten komplizierte Menüeingaben vermieden werden. Ist eine längere Bedienung erforderlich, ist ein sicherer Parkplatz die bessere Wahl. Das gilt ebenso für das Smartphone. Auch eine kurze Nachricht kann dazu führen, dass entscheidende Sekunden für die Reaktion auf eine Gefahr fehlen.
Nach einem Unfall zählt der Versicherungsschutz
Kommt es durch Unaufmerksamkeit zu einem Unfall, übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung grundsätzlich berechtigte Schadenersatzansprüche anderer Verkehrsteilnehmer. Schäden am eigenen Fahrzeug können über die Vollkaskoversicherung abgesichert sein. Bei grob fahrlässigem Verhalten kommt es darauf an, welche Regelungen der jeweilige Vertrag enthält. Viele Tarife verzichten weitgehend auf entsprechende Leistungskürzungen, allerdings nicht immer ohne Ausnahmen.
Ein Blick in die Versicherungsbedingungen lohnt sich deshalb – unabhängig davon, ob das eigene Auto über klassische Schalter oder einen großen Touchscreen verfügt.
Quelle: Allianz Zentrum für Technik, Allianz Motor Day 2026, internationale Autofahrerbefragung vom 21. Oktober 2026.



